Verslag 2006 - Klaus Krolzig

Ein kostenloser Lauf, ganz ohne Anmeldegebühr, was sollte man da schon erwarten können (schlechte Versorgung, mangelhafte Organistion u.s.w.). Aber meine Bedenken waren völlig grundlos. Zum 21. Mal wurde ein perfekter Lauf auf die Beine gestellt. Die Versorgung entlang der Strecke liess keine Wünsche offen.

In den beiden Wochen nach dem Brabant-Marathon in Etten-Leur verlief meine Regeneration eher schleppend, da mich eine Erkältung noch zusätzlich schwächte und an ein spezifisches Training für so einen profilierten Lauf war nicht zu denken. Trotzdem habe ich mich für eine Teilnahme an diesem Wochenende entschieden, unter der Prämisse, es langsam angehen zu lassen.

Das Gefälle am Start glich einer 400 Meter langen Skisprungschanze. "Hier nur nicht fallen" war mein erster Gedanke, denn so schnell käme ich bei der nachdrängenden Menge nicht mehr auf die Beine. Mein zweiter Gedanke war nicht weniger besorgniserregend: "Hier musst du am Ende auch wieder rauf!" Nicht umsonst wurde diese Steigung die "Mauer" genannt.

Bis KM 22 lief alles wie geschmiert und ich habe mich an der abwechslungsreichen Landschaft im herbstlichen Kleid erfreut. Dass der Regen während des gesamten Laufes eine Pause einlegte, hat ebenfalls zur guten Stimmung beigetragen. Doch was das Höhenprofil schon vermuten liess, fand ich dann vor allem auf den letzten 10 Kilometern bestätigt. Nur hatte ich den (vielleicht subjektiven) Eindruck, dass sämtliche 630 Höhenmeter sich auf diese letzten 10 Kilometer beschränkten. Die besagte "Mauer" am Ende des Rennens gab mir dann den Rest. Doch die Schönheit der Landschaft und das, was uns noch nach dem Zieleinlauf erwarten sollte, entschädigte für diese selbstgewählte Pein.

In der nahegelegenen Festhalle wurde den mehr als 1000 Teilnehmern ein kostenloses Festmahl (wiederum subjektiver Eindruck) präsentiert, welches in Form von Spezialitäten der Region (Brot, Käse und Apfelkraut) gereicht wurde. Zum Rehydrieren wurde schmackhaftes Trapisten-Bier empfohlen. Dies war praktisch der Lohn für die geleisteten Mühen auf einem aussergewöhnlich anstrengenden Parcours. Welcher Veranstalter bietet den Läufern eigentlich sonst noch so einen selbstlosen Service, der auch etwas mit Respekt vor der läuferischen Leistung zu tun hat. Ich bin jedenfalls restlos beeindruckt vom Einsatz der vielen Helfer.

Beim Zusammensein mit meinen holländischen Lauffreunden wurde bereits der Silvester-Marathon am 30.12. im Geuldal zum letzten Highlight dieses Jahres erkoren.

Zwischenzeiten:
05 km: 24:04
10 km: 24:28 (48:32)
15 km: 26:04 (1:14:37)
20 km: 26:51 (1:41:29)
25 km: 25:36 (2:07:05)
30 km: 27:33 (2:34:38)
33 km: Finish: 2:54:48

zie ook www.krolzig.nl